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Ist Vitiligo eine Behinderung?

Die Anerkennung einer Behinderung kann für betroffene einige finanzielle und andere Vorteile bringen und zudem auch psychisch einen positiven Effekt haben. Die Anforderungen für eine Anerkennung sind allerdings recht hoch – in den meisten Fällen wird ein entsprechender Antrag abgelehnt und oftmals nur nach mehrmaligem Widerspruch bewilligt. In diesem Artikel klären wir auf, ob bei Vitiligo eine Behinderung vorliegen kann und welche Faktoren hierbei eine Rolle spielen.

Ist Vitiligo eine Behinderung?

Allgemeines

Vitiligo, auch oft als Weißfleckenkrankheit bezeichnet, ist eine Hauterkrankung, bei der sich meist scharf begrenzte weiße Flecken am gesamten Körper auf der Haut bilden. Manchmal beschränkt sich die Ausbreitung allerdings auch auf bestimmte Körperteile und Areale. Diese Flecken entstehen, weil die zuständigen Zellen, die Melanin produzieren, beschädigt oder zerstört werden. Melanin ist das Pigment, das der Haut ihre natürlich Farbe gibt. Menschen mit Vitiligo haben daher an den betroffenen Stellen keine oder nur sehr wenig Pigmentierung.

Die Ursachen von Vitiligo sind noch nicht vollständig erforscht und verstanden, aber es wird vermutet, dass genetische / erbliche Faktoren, Stress und bestimmte Infektionen sowie schwere Erkrankungen eine Rolle spielen können. Vitiligo kann jedoch prinzipiell jeden treffen, unabhängig vom Alter, Geschlecht, sonstigem Gesundheitszustand oder ethnischen Zugehörigkeit.

Wann liegt eine Behinderung mit welchem Grad vor?

Vitiligo ist in der Regel nicht schmerzhaft und hat keine Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit. Ausnahme: Nach längerem Aufenthalten in der Sonne kann es bei ungeschützter Haut schnell zu enormen Verbrennungen kommen. Die Krankheit kann jedoch auch zu psychischen Belastungen führen, da die betroffenen Stellen sichtbar und oft auffällig sind und Menschen mit Vitiligo manchmal diskriminiert werden.

In Bezug auf die Frage, ob Vitiligo tatsächlich als Behinderung gilt, gibt es keine eindeutige oder allgemeine Antwort. In Deutschland werden Behinderungen im Allgemeinen als Einschränkungen von körperlicher, geistiger oder seelischer Funktion definiert, die länger als sechs Monate andauern und die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigen.

Die Krankheit Vitiligo an sich ist zwar keine Behinderung, da es keine Einschränkungen der körperlichen Funktionen verursacht, allerdings kann die bei betroffenen durchaus zu Einschränkungen der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft führen, z.B. durch Diskriminierung oder Stigmatisierung. Unter anderem in solchen Fällen kann eine Anerkennung als Behinderung in Betracht gezogen werden.

Es gibt jedoch keine allgemeingültige Regelung, nach der Patienten mit ausgeprägter Vitiligo automatisch als behindert anerkannt werden. Jeder Fall wird individuell geprüft und muss im Einzelfall durch einen Gutachter entschieden werden. Wir empfehlen daher, dass betroffene sich von einem Arzt oder einer Beratungsstelle beraten lassen und sich über die Möglichkeiten einer Anerkennung der Erkrankung als Behinderung informieren.

Was sind die Vorteile?

Eine offizielle Anerkennung als Behinderter hat verschiedene Vorteile, die je nach Behinderungsgrad unterschiedlich ausfallen können. Zu den möglichen Vorteilen zählen:

  • Zahlreiche Ermäßigungen und Vergünstigungen: Menschen mit einem hohen Behinderungsgrad haben oft Anspruch auf Ermäßigungen bei der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, bei Kultur- und Freizeitangeboten oder bei der Bezahlung von Steuern und Gebühren. Auch private Unternehmen bieten hier oftmals Vergünstigungen und Vorteile für betroffene an.
  • Hilfsmittel: Menschen mit einem hohen Behinderungsgrad haben oft Anspruch auf finanzielle Unterstützung bei der Anschaffung von Hilfsmitteln, wie z.B. Rollstühle, elektrische Scooter oder speziell angepasste Autos (bei Vitiligo eher nicht üblich, da keine körperlichen Einschränkungen vorliegen).
  • Behindertenparkplätze: Menschen mit einem hohen Behinderungsgrad und dem entsprechendem Ausweis haben das Recht, Behindertenparkplätze zu nutzen.
  • Schwerbehinderung: Menschen mit einem Schwerbehinderungsgrad von mindestens 50 Prozent haben verschiedene besondere Rechte und Vergünstigungen im Arbeitsleben, z.B. bei der Besetzung von Stellen, der Berücksichtigung von Schwerbehinderten bei der Vergabe von Aufträgen oder bei der Zulassung zu staatlichen Fort- und Weiterbildungen.

Hier ist wichtig zu beachten, dass die genannten Vorteile, die mit einer Anerkennung als Behinderter verbunden sind, von Bundesland zu Bundesland und von der jeweiligen Behinderung abhängig, unterschiedlich sind. Es ist daher unbedingt empfehlenswert, sich über die genauen Bedingungen und Leistungen zu informieren und sich von einer Beratungsstelle umfassend beraten zu lassen.

Behinderungsgrad von bis zu 20 Prozent feststellbar

Der Grad der Behinderung wird in Deutschland und anderen Ländern auf einer Skala von 0 bis 100 in Prozent angegeben. Hier gilt: Je höher der Behinderungsgrad, desto größer sind die Einschränkungen und desto höher sind entsprechend auch die Leistungen, welche von der Krankenkasse oder dem zuständigem Sozialamt gewährt werden können.

Beispiel: Ein Patient mit ausgedehnter Vitiligo im Gesicht und am ganzen Körper wirkt durch die Erkrankung äußerlich sehr entstellt. Dies führt zu schweren psychischen Problemen, der betroffene traut sich schließlich nicht mehr vor die Tür. Die kosmetischen Anomalien müssen also von einem nicht unerheblichem Leidensdruck begleitet werden. Dies muss schlussendlich von einem Arzt und Psychologen in Stellungnahmen bestätigt werden. In diesem Fall ist eine Anerkennung von 10 bis 20 Prozent durchaus realistisch.

Weitere körperliche / psychische Faktoren

Vitiligo ist zwar in der Regel nicht schmerzhaft und hat kaum Auswirkungen auf die allgemeine körperliche Gesundheit. Es gibt jedoch durchaus einige Nachteile, die mit der Erkrankung verbunden sein können:

  • Diskriminierung und Stigmatisierung: Menschen mit Vitiligo können aufgrund ihrer auffallend sichtbaren Hautveränderungen oft diskriminiert werden. Die geschieht oftmals dann, wenn der Gegenüber nicht hinreichend über das Krankheitsbild aufgeklärt ist. Sie können außerdem Vorurteilen und Stigmatisierung ausgesetzt sein, die ihr Selbstbewusstsein und ihr Selbstwertgefühl schwer negativ beeinflussen können.
  • Starke Belastungen im sozialen Leben: Patienten mit Vitiligo können sich in manchen sozialen Situationen unwohl und ausgegrenzt fühlen. Sie könnten dadurch zudem potenziell Schwierigkeiten haben, neue Freunde zu finden oder sich in Gruppen zu integrieren.
  • Beeinträchtigungen beim Sport: Menschen mit Vitiligo könnten Schwierigkeiten haben, bestimmte Sportarten auszuüben, insbesondere dann, wenn Körperstellen betroffen sind, die beim Sport exponiert und sichtbar sind.
  • Behandlungskosten: Die Behandlung von Vitiligo kann mit erheblichen Kosten verbunden sein, die von der Krankenkasse nicht oder nur teilweise übernommen werden. Ein neues Bestrahlungsgerät kann beispielsweise gut und gerne mehrere Tausend Euro kosten.

Antragstellung bis Anerkennung

Vor der Antragstellung auf einen bestimmten Grad der Behinderung durch Vitiligo sollte der Patient sich für mindestens 6 Monate in ärztliche Behandlung begeben und sich durch Ärzte und Psychologen betreuen lassen. Es ist dabei wichtig, dass für die Antragstellung Arzt- und Klinikberichte vorgelegt werden können. Nach der Antragstellung erfolgt die Prüfung durch einen Gutachter. Der gesamte Prozess ist nach etwa 3 Monaten beendet, der betroffene erhält anschließend Bescheid über den Ausgang. Der Antrag kann Online gestellt werden, dafür stehen je nach Bundesland unterschiedliche Plattformen bereit. In Nordrheinwestfalen ist dies beispielsweise unter www.elsa.nrw.de möglich. Weitere Anlaufstellen für die einzelnen Bundesländer findest du hier.

Hier ist wichtig: Wenn Hände und Gesicht nicht mindestens zu 10 Prozent betroffen sind, muss mit einer Einstufung des GdB von 0 Prozent gerechnet werden.

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Hallo ich heiße Julia, und hatte mehrere Jahre lang die generalisierte Vitiligo. Jahrelang habe ich mit meinem Homöopathen die Wirkungen verschiedener Stoffe wie zum Beispiel auch Alkohol auf die Krankheit erforscht und untersucht. Mithilfe meines Homöopathen und meiner Dermatologin habe ich einen Behandlungsplan entwickelt, der meine Haut letztendlich wieder gesund und frei von den Flecken gemacht hat. Ich zeige dir hier, wie auch du dies schaffen kannst!

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